Alice am Uluru

Alice Springs & Uluru – The Rock Tour

Wie schon erwähnt sind UNGLAUBLICH viele Deutsche in Australien unterwegs und so kam es, dass ich bereits auf dem Flug nach Alice Springs Karo und Katharina (Mutter & Tochter) kennenlernte, die nicht nur im gleichen Hostel übernachteten sondern auch am kommenden Tag die „Rock Tour“ machten. Mit den beiden bin ich dann durch Alice Springs geschlendert, was nicht unbedingt ein Sightseeing-Highlight ist, aber dafür war ich ja auch nicht da. Abends habe ich Glückspilz dann auch noch einen Schlafsack geschenkt bekommen (Backpacker aus dem Hostel), da ich die Tour ohne Schlafsack (15$ gespart) gebucht hatte.

Am nächsten Morgen bzw. mitten in der Nacht ging es um 5:30 los Richtung Kings Canyon, eines der drei großen Ziele der Tour. Nach dem „Heart-Attack“ Aufstieg ging es am Canyon entlang bis zum Garden of Eden. Generell hatte ich mir das „Outback“ wesentlich weniger bewachsen vorgestellt, aber wir haben nur sehr wenige wirklich kahle Stellen, wo es weder Strauch noch Busch gab, gesehen. Phil, unser Tourguide und Fahrer, sorgte auch herzerwärmend dafür dass wir genug trinken und erzählte für meinen Geschmack nicht zu viel und nicht zu wenig über die Entstehung des Canyons und die Pflanzenwelt. Im Übrigen hatten wir Glück, dass es nicht zu heiß war, denn so durften wir den ganzen Walk machen und herunter steigen in den Garden of Eden. Danach ging dann das Busch-Abenteuer weiter mit der Tagesaufgabe: Feuerholzsammeln, was mehr ein „kleine trockene Bäume fällen“ war. Von ein paar Kratzern abgesehen war das aber auch ein Spaß bei dem die gesamte zwanzigköpfige Gruppe mithalf. Am „Schlafplatz“ – also irgendwo im Outback – angekommen wurden die Swags ausgepackt und Phil kochte ein herrliches Chilli con carne und Brot (mit Bier) über dem Feuer (bzw. den glühenden Kohlen). Der erste Tag wurde dann noch abgerundet von dem wirklich besten und beeindruckendsten Sternenhimmel den ich je gesehen habe. (Auch hier gab es eine Sternschnuppe!). Geschlafen wurde dann in den Swags, was in etwa eine Kombination aus Zelt und Schlafsack ist, worin eine dünne Matratze liegt und den man mit einem Reißverschluss bis zum Kopf hin verschließen kann. Da aber bekanntlich jedes Tier in Australien versucht einen umzubringen gab es noch einen Survival-Tipp: Um den Swag wird mit einem Stock oder Stein ein großer Kreis gezogen. Dies soll für einen Temperaturunterschied im Untergrund führen, der angeblich Schlangen abhalten soll. Um den Sicherheitskreis dann perfekt zu machen wurde noch Salz hinein gestreut, was wiederum gegen Spinnen und Skorpione helfen soll. Die Wirksamkeit dieser beruhigenden Maßnahmen wurde dann auch gleich demonstriert als ein Mädel eine Schlange entdeckte die einfach mal schwups über zwei der Kreise hinweg auf mich zusteuerte und unter meinem Swag verschwand. Glücklicherweise war das Ding nur ein riesiger Wurm (ca. 4-5 mal so lang und doppelt so dick wir ein Regenwurm), den aber weder Temperaturunterschied noch Salz gestoppt hat. Nachdem der Wurm sich dann weiter unter den nächsten Nachbar-Swag eines bereits schlafenden Mädels verzog, gingen wir dann auch alle schlafen.

Der zweite Tag begann erneut mit Sonnenaufgang und führte uns nach Kata Tjuta (Olgas), eine Felsformation die ebenso wie der Uluru (Ayers Rock) und auch in dessen Nähe in den Himmel ragt. Dabei sind die Olgas aus einer Mischung aus Sandstein und größeren Steinen und der Uluru aus „glattem“ Sandstein. Auch bei Kata Tjuta hatten wir Glück und die Hitze war erträglich und der Track geöffnet. Nachmittags ging es dann zuerst in das Cultural Center (Fotos verboten) und dann weiter zum Highlight: Uluru. Dort machten wir eine einstündige Wanderung, die wir am folgenden Tag weiterführen bzw. wenn man möchte die Umrundung des Ulurus abschließen. Nach einem kurzen Zwischenstop im Camp, wo wir in den Pool sprangen, ging es zum Abendessen und Sonnenuntergang zum „Uluru Parkplatz“ von dem aus die in Deutschland bekannten Fotos entstehen. Was sie einem vorher nicht erzählen ist dass man auf diesem Parkplatz natürlich nicht allein ist, sondern vielmehr Busladungsweise die Touristen ausgeschüttet werden. Trotzdem war es eine schöne Atmosphäre und da wir zu den glücklichen gehörten die dort aßen, blieben wir auch länger als andere Busse. Im dunklen Camp versammelten wir uns zuerst mit ein paar Trinkspielen im überdachten „Essraum“, wo wir auch den kurzen Schauer trocken überstanden und es dann zeitig ins Bett ging.

Der dritte und letzte Tag sollte nämlich noch früher beginnen – da wir vom „Uluru Parkplatz“ aus den Sonnenaufgang bestaunen wollten und dort auch frühstückten. Definitiv Abendessen und Frühstück mit einem Ausblick den man so schnell nicht vergisst, auch wenn beides bei uns bewölkt war.

Weiter ging es dann zur Wanderung um den Uluru, wobei diesen 2-Stunden-Walk nur fünf von uns machten. Da ich aber wohl nur einmal im Leben da bin war ich mit dabei, auch wenn wir 2,5 Stunden brauchten ohne uns zu sehr hetzen zu lassen :P Die anderen warteten aber mehr oder weniger geduldig auf uns. Ich muss sagen dass ich wirklich sehr beeindruckt war vom Uluru. Er war deutlich größer als ich es mir vorgestellt hätte und ist nicht so glatt sondern hat viele Löcher und Höhlen, die teilweise aus chemischen Reaktionen / Erosionen entstehen. Nachdem dann alle heile wieder am Bus waren ging es zum letzten Zwischenstop: Eine Kamelfarm, die mich persönlich jetzt nicht so umgehauen hat, aber einige aus unserer Gruppe haben auch für 7$ einen 3 Minuten im Kreis-Ritt gemacht. Von dort ging es zurück nach Alice Springs.

Insgesamt 1.500 km Fahrt und ca. 30 km Wanderung lagen dann mit den drei Highlight hinter uns und ich war zufrieden dass ich den (wegen der Flüge) teuren Trip in das Herz von Australien gemacht habe.

 

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